Dösental

Vor langer Zeit, so wird erzählt, tauschten die Dösner Bauern 2000ha Grund im Seebachtal ein, um nicht verhungern zu müssen. Kalte Sommer verhinderten, dass ihr Korn in 1500m Seehöhe reif wurde. Deshalb wurde mit den Lassacher Bauern, die 500m tiefer ihre Höfe bewirtschaften, dieses Tauschgeschäft vollzogen –  Korn gegen Grund und Boden. Die sonnseitige Lage der äußeren Dösen ließ Ackerbau bis 1600m zu. Bis 1968 wurden Gerste, Roggen, Hafer, Weizen und Hanf angebaut. Die Hochalmen der inneren Dösen wurden beweidet, die steilen Hänge, die für das Weidevieh zu gefährlich waren, gemäht. Das Heu lagerte man vor Ort in kleinen Heuhütten oder als „Tristen“ im Freien. Erst im Winter wurde die Heuernte bei entsprechender Schneelage ins Tal befördert (Heuziehen). Heute gibt es keine Äcker mehr in Mallnitz. Die Bergmähder verwalden und nur die Hofflächen der Dösener Bauern liefern die Heuvorräte für die Winterfütterung ihres Viehs. Die Hochalmen sind zwar noch beweidet, es gibt jedoch weder Hirten noch Sennerinnen zur Betreuung der Tiere. Die Dösen ist also ein Paradebeispiel für den Wandel der alpinen Landwirtschaft.

Blockgletscherweg Dösener Tal

Auf dem Blockgletscherweg durch das Dösener Tal entdeckt man diese faszinierenden, noch wenig bekannten Naturphänomene. Aus einem Faltblatt, das am Ausgangspunkt des Weges kostenlos erhältlich ist bzw. ausführlicher aus dem Naurtkundlichen Führer „Blockgletscherweg“ Dösental, erfährt man viel Wissenwertes über Temperatur-entwicklungen und Klimaschwankungen im Gebirge, den Permafrost und natürlich über die Entstehung und die Eigenschaften von Blockgletschern. Die Wanderung führt vorbei an der Venezianer Säge, über den flachen Talboden entlang des Dösenbaches hin zur Konradhütte (1618 m) und weiter zur Dösener Hütte (1976 m) . An der Egger Alm vorbei und über die malerischen „Lackenböden“ geht es hinauf über eine letzte Steilstufe zum Dösener See

Dösensee

Dösensee

und zum Arthur-von-Schmid-Haus (2272 m) . Von der Schutzhütte aus erreicht man in einer halben Stunde den Dösener Blockgletscher. Daran vorbei führt auch ein anspruchsvoller Klettersteig sowie ein wenig schwieriger Weg auf das Säuleck (3086 m), dessen Gipfel bereits im Jahr 1823 erstmals bestiegen wurde. von der Hütte geht es steil bergauf zur Seealm, einen ehemaligen Gletscherboden. Weiter über einen leicht ansteigenden Weg zu einem Felssporn und ein Kar der Großen Gößspitze zum Südost-Grat . Über Blockgelände geht es schließlich zum Gipfel des Säuleck.

Säueck

Säuleck

(Quelle: OEAV Blockgletscherweg Dösental und Bergsteiger Dörfer Mallnitz Perle im Nationalpark Hohe Tauern)